© Reinecke
Joolaee Trio
Grenzgänger im Morgenwind
19 bis 21 Uhr, Pause
Grenzgänger im Morgenwind auf Klavier, Kamancheh und Schlagwerk
Die Musik ist derart vielfältig, aufregend und ungewöhnlich, dass sie nur schwer zu beschreiben ist. Die Kombination von Klavier, Kamancheh und vielfältiger Percussion erzeugte einen weltmusikalischen Sound der seinesgleichen sucht. Misagh Joolaee zählt zu den gefragtesten Virtuosen auf der Kamancheh, dem traditionellen, geigenähnlichen Streichinstrument aus dem alten Persien. Pianistin Schaghajegh Nosrati treibt die Fluten dieses Klangozeans höher und hält die Wellen lebendig, während Percussionspieler Sebastian Flaig auf seiner Rahmentrommel mit dumpfen Schlägen und scharfen Akzentuierungen den Herzschlag vorgibt. Das Joolaee-Trio verbindet Tradition und Moderne und agiert bei ergreifender Ausdrucksdichte stilistisch ausgesprochen divers und variabel. So wie es eben im Idealfall auch im Jazz stattfindet.
In seinem ebenfalls mit „Morgenwind“ betitelten Konzert präsentiert das Joolaee Trio mitreißende Eigenkompositionen aller drei MusikerInnen, u.a. Be Hich Diyar – „keiner Heimat zugehörig“- von Misagh Joolaee, Fragile Balance von Sebastian Flaig und die Fantasie und Fuge von Schaghajegh Nosrati.
Mitwirkende
Misagh Joolaee
Kamancheh
Schaghajegh Nosrati
Klavier
Sebastian Flaig
Percussion
Programm
Seiner Debut-CD hat das Joolaee Trio den Titel „Morgenwind“ gegeben, nach einem Gedicht aus dem Divan des in Ost und West berühmten persischen Dichters Hafis (14. Jh.). Wie der Morgenwind – er weht in der persischen Lyrik aus dem Osten, wirkt befruchtend, birgt die Geheimnisse der Liebenden und bringt den Frühling – den jahreszeitlichen. Zum Tragen kommt z.B. die westliche Fugentechnik oder das persische Radif-Repertoire mit seinen melodischen Figuren, Ornamenten und Melismen. Dabei wechseln die Instrumentalisten auch die Rollen: So fungiert die Kamancheh nicht durchweg als melodisches Instrument, sondern übernimmt mitunter rhythmisch-perkussive und harmonische Parts. Auch das Klavier wird melodisch, harmonisch und perkussiv eingesetzt. Der Perkussionist wiederum hat zwischendurch melodische und klangmalerische Aufgaben, insbesondere in der Fantasie und Fuge über einem persischen Modus, bei der mit der Steinmarimba ein äußerst selten zu hörendes Instrument im Einsatz ist.
Wir sehen uns als Grenzgänger, die über die Linien hinwegblicken. Denn da ist etwas, was wir vielleicht noch nicht kennen.