© Franziska Strauss
Stylus Fantasticus
Il Rosario
19 bis 21 Uhr, Pause
Die Musik des heutigen Abends wirkt fast selbsterklärend – Stylus Fantasticus steht für Improvisation, dramatisches Spiel, Freiheit in Form und Ausdruck. Dieser Stil entstand im 17. Jahrhundert in Italien, der Keimzelle des Barock und breitete sich über Österreich und Deutschland aus.
In Innsbruck ließ der kunstliebende Landesfürst, Erzherzog Ferdinand Karl, 1652 – 1654 ein Komödienhaus, also ein Opernhaus mit fest angestelltem Personal für Oper und Drama errichten. Viele italienische Komponisten und Musiker fanden dort eine Anstellung und Wirkungsstätte. So auch Giovanni Antonio Pandolfi Mealli (1624 – 1687), einer der schillerndsten Figuren im Zeitalter des Barock. Seine Musik ist exzentrisch, feurig, betrübt, überglücklich, fesselnd und überhaupt nicht vorhersehbar. Seine einzigartigen und teilweise bizarren Violinsonaten komponierte er dort 1660. Wie schade, daß nur noch Opus 3 und 4 erhalten sind!
Einige Jahre später fand Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 1704) seine musikalische Heimat in Salzburg, unweit von Innsbruck, in Anstellung am Hofe des Erzbischofs Max Gandolf von Kuenburg. Auch seine Musik ist dem fantastischen Stil verpflichtet. Die Violinsonaten entstanden im Jahr 1681 und sind voll von großartigen Präludien, schönen, singbaren Arien und deren Variationen und exzentrischen Wendungen. Auch ein Abenteuer!
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lauschen dieser Fantastischen Musik!
Daniel Sepec
Mitwirkende
Daniel Sepec
Barockvioline
Hille Perl
Viola da Gamba
Lee Santana
Theorbe und Laute
Michael Behringer
Cembalo
Programm
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 1 A‑Dur
G.A. Pandolfi Mealli
Sonate à Violino solo op. 3/1
Sonate à Violino solo op. 3/4
Vincenzo Bonnizzi
Jouissance vous donneray
G.A. Pandolfi Mealli
Sonate à Violino solo op. 3/3
Sonate à Violino solo op.3/2
***
Johann Hieronymus
Aus dem Libro primo d’intavolatura di chitarrone
Kapsberger
Arpeggiata
G.A. Pandolfi Mealli
Sonate à Violino solo op. 4/ 1
Sonate à Violino solo op. 4/ 3
Heinrich Ignaz Franz von Biber
Sonate Nr. 5 e‑Moll
Diese erlesene Formation ist erfahren und hochversiert, spielt fein und mit enormer Sensibilität.